Karfreitag - Kinderkreuzweg

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Kinderkreuzweg für Zuhause

Mit sieben Stationen hören wir vom schweren Weg, den Jesus gehen musste. Zu jeder Station gibt es einen Text aus der Kinderbibel, Fragen, einen Erklärungsversuch und ein Gebet. Vielleicht kann der Text mehrfach ausgedruckt werden, damit verschiedene Menschen vorlesen können. Auf dem Tisch, an dem sich alle zum Beten versammeln, ist in der Mitte ein schönes Tuch, ein Kreuz und eine Kerze. Bei der 7. Station wird ihr Licht ausgeblasen.

Wir beginnen unseren Kreuzweg im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen. (dabei das Kreuzzeichen machen)

Gebet zum Beginn:

Lieber Jesus, wir sind heute hier zusammen gekommen, um zu hören, was damals mit dir passiert ist. Wir wollen uns erinnern und in Gedanken mit dir deinen Weg gehen. Öffne unsere Augen und Ohren, dass wir sehen und verstehen, was du uns sagen willst. Amen.

 

1. Station: Judas will Jesus verraten

Bibeltext:

Da näherten sich flackernde Lichtpunkte im Dunkel der Nacht. Jesus wusste: Das sind Soldaten, die ihn verhaften wollen. Plötzlich stand Judas, sein Freund, direkt vor ihm. Er umarmte Jesus und gab ihm einen Kuss. Jesus sagte: Freund, mit einem Kuss hast du mich und unsere Freundschaft verraten.

Fragen:

Warum hat Judas das getan? Er war doch der Freund von Jesus. Wusste er denn nicht, dass Freundschaft wichtiger ist, als Geld?

Erklärungsversuch:

Judas wollte Jesus zum Handeln zwingen. Jesus sollte helfen, die Römer zu vertreiben. Als er merkte, dass Jesus sich einfach ergab, war er zutiefst verzweifelt und unglücklich.

Gebet:

Jesus, du hast alle Menschen lieb. Aber ein guter Freund hat dich verraten. Das war sicher schlimm für dich. Hilf uns, dass wir in deiner Liebe bleiben und uns zu dir bekennen. Amen.

 

2. Station: Jesus hat Angst

Bibeltext:

Jesus war mit seinen Freunden im Ölgarten. Die Freunde waren sehr müde und suchten sich einen Schlafplatz. Jesus bat sie: Bleibt hier bei mir und betet mit mir. Dann ging Jesus weiter nach hinten, um zu beten. Als er wieder zu seinen Freunden kam, schliefen sie. Jesus bat sie noch einmal, mit ihm zu wachen. Doch sie schafften es einfach nicht, wach zu bleiben. Sie waren müde. Jesus fühlte sich ganz allein und er hatte große Angst.

Fragen:

Warum haben die Jünger Jesus allein gelassen? Haben sie nicht wenigstens versucht, wach zu bleiben? Und was hat Jesus Kraft gegeben?

Erklärungsversuch:

Nach dem Abendmahl waren alle müde, nur Jesus nicht, da er so große Angst hatte. Jesus hat gebetet, dass Gott ihm Kraft und Mut schicken soll. Das ist auch ein guter Tipp für uns, wenn wir Angst haben.

Gebet:

Jesus, du warst ganz allein mit deiner Angst. Deine Freunde haben nicht gemerkt, dass es dir so schlecht ging. Du weißt also, wie das ist, wenn man sich ganz allein und verlassen fühlt. Sei ganz nahe bei mir, wenn ich Angst habe. Amen.

 

3. Station: Jesus wird abgeführt

Bibeltext:

Ein Soldat band Jesus die Hände zusammen. Jesus wehrte sich nicht. Sie nahmen ihn in die Mitte und führten ihn ab, wie einen Verbrecher.

Fragen:

Warum hat sich Jesus nicht gewehrt? Warum hat er nicht gekämpft und sich verteidigt oder wenigstens versteckt?

Erklärungsversuch:

Wir stellen uns einen Helden immer so vor, dass er toll kämpfen und sich wehren kann. Aber dabei tut immer jemand anderen weh, und das wollte Jesus nicht. Er hat gespürt, dass das jetzt sein Weg ist, den er gehen muss. Dass Gott durch ihn zeigen will: Auch wenn’s noch so schrecklich und dunkel im Leben aussieht, ich bin bei dir. Nichts kann dich von meiner Liebe trennen. Das hat er durch Jesus gezeigt.

Gebet:

Jesus, du hast überhaupt nichts Schlimmes getan. Vielen hast du geholfen, aber jetzt wirst du wie ein Verbrecher gefangen genommen und abgeführt. Sei du bei allen Menschen, die ungerecht behandelt werden. Amen.

 

4. Station: Petrus verleugnet Jesus

Bibeltext:

Petrus war im Innenhof des Hauses des Hohenpriesters. Dort wurde Jesus gerade verhört. Da kam eine Magd auf Petrus zu und sagte zu ihm: Du warst doch auch immer mit diesem Jesus zusammen. Ich habe dich schon früher mit ihm gesehen! Petrus antwortete: Du irrst dich, ich kenne ihn überhaupt nicht!

Fragen:

Warum war Petrus so feige? War ihm die Freundschaft mit Jesus plötzlich nicht mehr wichtig?

Erklärungsversuch:

Petrus hatte einfach große Angst. Das ist menschlich. Das kennen wir alle. Eigentlich wollen wir mutig sein, aber dann kommt doch die Angst und wir versagen. Später hat Petrus erlebt: Jesus verzeiht mir. Er will weiter mein Freund sein. Daran sehen wir, dass Jesus auch verzeiht, wenn wir versagen.

Gebet:

Jesus, einer deiner besten Freunde hat gesagt, dass er dich nicht kennt. Das hat sicher weh getan, und doch har du ihm später verziehen. Verzeihe auch uns, wenn wir als Freunde versagen und schenke uns Mut zur Versöhnung, wenn wir mit unseren Freunden Streit haben. Amen.

 

5. Station: Jesus trägt sein Kreuz

Bibeltext:

Die Soldaten führten Jesus vom Palast des Pilatus durch die Straßen und dann zum Stadttor hinaus auf einen kleinen Hügel. Jesus musste selber sein Kreuz tragen. Er war schon sehr schwach. Dreimal fiel er zu Boden.

Fragen:

Warum waren die Soldaten so gemein? Die hätten das Kreuz doch selber tragen können. Warum haben sie Jesus so gequält?

Erklärungsversuch:

Das war damals so üblich. Die Römer haben diese Todesstrafe durch Kreuzigung eingeführt und dazu hat auch gehört, dass der Verurteilte den Kreuzesbalken selber tragen musste. Die Soldaten haben immer Befehle bekommen und mussten sie befolgen.

Gebet:

Jesus, du hast den Kreuzbalken auf deinen Schultern tragen müssen. Er ist so schwer und deine Kraft geht zu Ende. Aber du hast durchgehalten, bis zum Schluss. Du kannst allen Menschen Mut machen, die nicht mehr weiter wissen. Amen.

 

6. Station: Jesus wird ans Kreuz geschlagen

Bibeltext:

Jesus wurde ans Kreuz genagelt. Hände und Füße wurden festgenagelt. Die Hände, die geheilt und getröstet haben und die Füße, mit denen er zu den Menschen gegangen ist. Hilflos stehen ein paar Freunde dabei. Der Weg von Jesus ist zu Ende. Voll Schmerz und Todesangst ruft er nach Gott.

Fragen:

Wie hat Jesus das ausgehalten? Das tat doch bestimmt furchtbar weh!

Erklärungsversuch:

Jesus war an einer Grenze. Er hätte bestimmt nicht noch mehr ertragen können. So ist er allen Menschen nahe, die auch große Schmerzen ertragen müssen. Das ist für viele Menschen ein Trost.

Gebet:

Jesus, du wirst ans Kreuz geschlagen. Die Menschen behandeln dich wie einen Verbrecher. Du musst viel aushalten. Schenke allen Menschen Kraft und Trost, die krank sind oder von anderen gequält werden. Amen.

 

7. Station: Jesus stirbt am Kreuz

Bibeltext:

Jesus neigte seinen Kopf zur Seite und starb. Da wurde es auf einmal ganz dunkel und der Vorhang im Tempel zerriss. Ein Soldat sagte: Ich glaube, Jesus war doch Gottes Sohn!

Fragen:

Warum musste Jesus sterben, wenn er dann doch wieder auferstanden ist? Hätte Gott Sterben und Tod nicht einfach auslassen können?

Erklärungsversuch:

Alles, was lebt, muss einmal sterben, Pflanzen, Tiere und wir Menschen. Jesus ist den Weg gegangen, den wir alle gehen. Er hat uns gezeigt, dass mit dem Tod nicht alles aus ist. Der Tod ist wie ein Tor, das uns ganz nahe zu Gott führt. Jesus ist diesen Weg vorangegangen, damit wir weniger Angst davor haben müssen.

Gebet:

Jesus, du bist am Kreuz gestorben. Aber ich weiß, dass damals nicht alles zu Ende war. Du hast den Tod besiegt. Das feiern wir an Ostern. Und wenn von uns jemand stirbt, dann ist er bei dir. Darauf hoffen wir alle. Amen.

 

Alle können sich nun an den Händen halten und zusammen ein Vaterunser beten.

Segen:

Wir bitten um Gottes Segen. Es segne und behüte uns und alle Menschen der gute Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen. (dabei das Kreuzzeichen machen)

Man kann auch einzeln rausgehen und Frühlingsblumen holen und zum Kreuz stellen oder zwei Äste suchen und dann mit einem Stück Schnur ein Kreuz daraus machen…

(von Rosi Hörmann, Gemeindereferentin)

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