Pfarrkirche St. Pankratius

Winterstettendorf, zur Unterscheidung von Winterstettenstadt meistens nur "Dorf" genannt, ist eine Siedlung die anfänglich keine eigene Pfarrei hatte. Der Ort kam von den Schenken zu Winterstetten im 15. Jahrhundert an die Stadt Waldsee, die ihn 1709 an das Prämonstratenserstift Schussenried verkaufte. Die Pfarrei selbst wurde unter Erzherzog Albrecht (+1308) von diesem erworben. Die Oberhoheit blieb der Landvogtei vorbehalten.

Erstmals erfahren wir von der Wiederkonsekration der gotischen Winterstettendorfer Pfarrkirche St. Pankratius im Friedhof am 03, August 1429.

Die jetzige Kirche hat einen nordöstlich dem Schiff vorgelagerten Turm auf romanischem Sockel. Als Schöpfer der Verlängerungder Kirche gegen Westen und Barockisierung ist Jakob Emele bezeugt. Die über das Leiden erhabene Rokoko-Gestalt des Schmerzensmannes von Joachim Früholz in einer Flachbogennische der Südschiffswand bereitet auf die meisterhaften Skulpturen dieser Bergkirche vor.

Im Innern hat der um zwei Stufen erhöhte, dreiseitig geschlossene Chor Stichkappen-Gewölbe auf Wandpilastern. Die 1,50 m hohe Muttergottes an der rechten Schiffswand stammt wohl aus dem vom Maler Jörg Kändel gefassten, durch die Bildhauerwerkstatt des Nikolaus Weckmann geschnitzten Flügelaltar. Schräg gegenüber ist das (1,10x1,05) Hochrelief der hl. Sippe (1525/30) von Michael Zeynsler.

Die im Triumphbogen auf Konsolen gestellten rund 75 cm hohen S. Agnes und Sebastian sowie die Kreuzigungsgruppe stammen aus der Werkstatt der Martin und Michael Zürn, Waldsee.

An der Stelle des spätgotischen, 1508 von der Werkstatt des Nikolaus Weckmann in HZusammenarbeit mit dem Maler-Unternehmer Kändel geschaffenen Hochaltars traf der von Joachim Früholz 1753 gefertigte, mit den beiden 1,20 m hohen Skulpturen des hl. Augustinus und des Papstes Cölestin. Georg Anton Machaein schuf 1728 die Kirchenväter,den Salvator Mundi und den Posaunenengel für die Kanzel, und zwei Jahre später wurde nach seinen ENtwürfen das Chorgestühl erbeuert.

Die Nebenaltarblätter mit der hl. Damilie (südlich), dem hl.  Petrus sowie Jakobus d.Ä. und die Aufsatzzbilder sind von Gabriel Weiß. Das frühere Hochaltarbild mit dem Martyrium des Pankratius von Kauffmann, Tettnang, wurde ersetzt durch ein neues von Peter Paul Beyerle, der auch 1934 das Deckenfresko des Schiffes mit der Kirche von Winterstettendorf unter dem Schutze des Patrons und der Dreifaltigkeit gemalt.

Die Stufen am westlichen Friedhof hinunter führen am Mühlweiher (563 m) einer Rissquelle, vorbei.