Laurentiuskapelle Degernau

Wer kennt sie nicht?
Hoch auf dem Berg zwischen mächtigen Linden mit herrlichem Blick auf das oberschwäbische Risstal bis zu den Alpen steht die Laurentiuskapelle.

Azilo und Hesso von Degernouwa (bedeutet umfangreiche, breite Au) gehörten 1083 zu den Stiftern des Königseggwalder Benediktinerklosters St. Georgen, das im folgenden Jahr aber in den Schwarzwald verlegt wurde. Ihre Burg stand auf dem Hochberg (583 m), wo die erste kath. Kapelle St. Laurentius 1513 errichtet wurde.

1436 wird erstmals eine Kapelle in Degernau erwähnt, die nach dem Verfall des Schlosses stehen geblieben ist und 1512/13 neu aufgebaut (Turm, Chor, Kirchenschiff sind mit barockem Gepräge) wurde.

Am 4. Juli 1646 schrieb Abt Georg Gaisser in seinem Tagebuch "Mache einen Ausflug nach Degernau, besichtige die Kirche des Hl. Lorenz und den jetzt zerstörten Wohnsitz unserer Gründer".

Am 8. Juli 1729 wird von der Weihe zweier Altäre durch den Konstanzer Weihbischof Franz Johann Anton von Sirgenstein berichtet.

1736 ließ der Abt von St. Georgen, Coelestin Wahl aus Ochsenhausen, die Kapelle nicht nur neu in spätbarockem Stil ausstatten und von Eustach Gabriel ausmalen, sondern auch 1763 eine Sakristei anbauen. Wegen der vielen Wallfahrer zum Laurentiusfest ließ der letzte St. Georgener Abt Anselm Schababerle 1782 auf der Nordseite die Predigthalle anbauen.

Das Altarbild, gemalt von Josef Adam von Mölk 1740, stellt den hl. Diakon Laurentius dar, wie er die Schätze der Kirche an Arme und Kranke verteilt.

Ein Ölgemälde, auf der linken Seite der Kapelle, aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zeigt das Martyrium des Heiligen am 10. August 258 in Rom. Gemalt wurde es von dem gebürtigen Degerauer Künstler Josef Esperlin (1707 - 1778). Das Vortragskreuz - mit Ovalknauf - sowie das Kruzifixus werden ebenfalls ihm zugeschrieben.

Die Deckenfresken wurden 1763 von dem Unterschwarzacher Künstler Eustach Gabriel ausgeführt. Sie zeigen verschiedene Szenen aus der Laurentius-Legende.

1974 haben Diebe die Bilder bzw. die Figuren auf den Seitealtären gestohlen. Als Ersatz wurde links eine Marienfigur und rechts der Hl. Dominikus aufgestellt.

1999 - 2000 wurde die Kapelle innen renoviert.

2018 musste das undichte Dach komplett renoviert und neu gedeckt werden.
Aufgrund der eingedrungenen Feuchtigkeit und etlichen Mauerrissen darf in den nächsten Jahren eine weitere Renovation erwartet werden.